2012 erreichte das Business-Netzwerk XING ein wahres Allzeithoch. Zum ersten Mal waren mehr als 12 Millionen Nutzer weltweit registriert, die über diese Plattform die eigene berufliche Reputation verbessern und zu neuen oder bekannten Geschäftspartnern Kontakt aufnehmen wollten. Ein beträchtlicher Anteil dieser kontaktfreudigen Unternehmer, Freiberufler und Führungskräfte stammte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. An dieser nationalen Verteilung hat sich bis heute nichts geändert – und damit ist und bleibt XING das größte deutschsprachige Business-Netzwerk. Doch folgt auf den Eintritt in XING automatisch auch die berufliche Anerkennung? Mit dieser Frage wollen wir uns heute beschäftigen.
Das Prinzip XING: Kontakte knüpfen und Beziehungen pflegen
Egal ob Selbständiger, Manager, führender Angestellter, Geschäftsführer oder Vorstand, jeder ist in der Lage, auf XING für Aufmerksamkeit zu sorgen. Durch neu geknüpfte Berührungspunkte haben Sie so die Möglichkeit, Jobs, Mitarbeiter, Projekte, Aufträge und Kunden zu finden und dabei Ihr Unternehmen überregional zu vermarkten.
In vielen Firmen gilt XING mittlerweile als fester Bestandteil von Kontaktmanagement und Neukunden-Akquise. Dabei handelt es sich allerdings zumeist um B2B-Firmen – um Unternehmen also, die im Wesentlichen auf dem Geschäftskundenmarkt aktiv sind. Das liegt ganz einfach an der Nutzerstruktur von XING. Hier sind fast ausschließlich Führungskräfte, Unternehmer und Freiberufler aktiv – anders als etwa in Facebook oder Google Plus.
Zählen Sie diese Personenkreise zu Ihren potentiellen Kunden, dann können Sie mit XING wahre Vertriebswunder bewirken. Durch netzwerkeigene Gruppen und Diskussionsrunden können Sie andere Unternehmer von Ihren Qualifikationen überzeugen, mit Ihrem Profil sorgen Sie für Aufmerksamkeit, und mit geschickt platzierten Links und Inhalten lenken Sie diese auf Ihre Produkte und Ihre Unternehmenswebseite. Dabei gilt: Je mehr Kontakte, umso besser. Diese können Sie gezielt mit Informationen versorgen und darüber hinaus um Weiterempfehlungen bitten. So vergrößern Sie nicht nur Ihr eigenes Netzwerk, sondern auch Ihren Kundenstamm.
Werbung, nein danke!
Mit Blick auf seine Nutzer mag sich XING von vielen anderen sozialen Netzwerken unterscheiden, in einem Punkt aber ist es mit Facebook & Co. vollkommen identisch: Offensichtliche Werbung gilt innerhalb von XING als aufdringlich und ist entsprechend unerwünscht. Sie sollten daher niemals den Fehler begehen, grundlos mögliche Interessenten anzusprechen oder das eigene Profil mit Marketingfloskeln auszuschmücken. Mit solchen Methoden überzeugen Sie weder neue Kontakte noch potentielle Kunden, sondern schrecken einfach nur ab.
Füllen Sie stattdessen Ihr Profil mit Leben und konkreten Daten. Welche das sind, das hängt ganz wesentlich von Ihren Zielen ab.
Möchten Sie vorrangig neue Kunden finden? – Dann hinterlegen Sie aussagekräftige Referenzen und Arbeitsnachweise.
Suchen Sie neue Geschäftspartner? – Dann skizzieren Sie Ihren beruflichen Werdegang und stellen Sie gegebenenfalls neue Projekte vor.
Oder aber Sie suchen lediglich Diskussionspartner und Kollegen, mit denen Sie sich austauschen können. In diesem Fall sollten Sie Ihre Interessen herausstellen und auf Ihr Know-how verweisen.
Wichtig ist dabei, dass Sie sowohl die menschlichen Leser als auch die Suchmaschinen zufriedenstellen. Viele XING-Nutzer füllen deshalb die Profil-Felder auf eine sehr spezifische Art und Weise aus: Nach den ausformulierten Beschreibungen folgen räumlich abgegrenzt die wichtigsten Stichwörter. So weiß auch Google ganz genau, um was es in Ihrem Profil geht.
Die Kommunikation innerhalb von XING
Möchten Sie sich erfolgreich innerhalb eines sozialen Netzwerks bewegen, dann müssen Sie sich den dortigen Gepflogenheiten anpassen. In XING sollten Sie ganz besonders darauf achten, wie Sie kommunizieren – und dabei einigen Grundsätze folgen:
1. Seien Sie stets höflich und lassen Sie sich auch von Kritikern nicht provozieren.
2. Veröffentlichen Sie ausschließlich Informationen mit Relevanz – Katzenbilder oder Urlaubsfotos sind tabu.
3. Der Ton unter den XING-Nutzern ist geprägt von gegenseitigem Respekt und entspricht damit dem geschäftlichen Umfeld. Verzichten Sie also auf allzu überschwängliche Begrüßungen und dergleichen.
4. Sprechen Sie nicht wahllos andere XING-Nutzer an, sondern schaffen Sie einen Anknüpfungspunkt: gemeinsame Bekannte, gemeinsame Messebesuche, gemeinsame Interessen etc.
Wie Sie sehen, unterscheidet sich XING hinsichtlich der Kommunikation doch etwas von anderen sozialen Netzwerken. Vielen Unternehmern aber kommt genau das sehr gelegen.
Das X: Die richtige Werbestrategie
Wir haben noch eine Formel aufzulösen. Was ist denn nun das X aus „XING + X = Erfolg“? XING bietet Unternehmen fantastische Möglichkeiten, jedoch nur mit den richtigen Strategien und Methoden, nur mit dem richtigen „X-Faktor“. Drei mögliche Vorgehensweisen, mit denen Sie in XING sehr erfolgreich sein können, möchte ich Ihnen nun abschließend noch vorstellen:
1. Beteiligen Sie sich in Gruppen und anderen Gemeinschaftsformen innerhalb von XING. Dort treffen Sie auf Nutzer, welche dieselben Interessen teilen wie Sie. Damit zählen diese nahezu automatisch zu Ihrer Zielgruppe. Mit interessanten Beiträgen und qualitativ hochwertigen Inhalten können Sie die Aufmerksamkeit einer ganzen Gruppe auf sich ziehen. So vermarkten Sie Ihr Unternehmen und sich selbst auf eine sehr unaufdringliche Art und Weise, welche insbesondere in XING sehr erfolgversprechend ist.
2. Bitten Sie Ihr eigenes Kontaktnetzwerk aktiv um Weiterempfehlungen. In aller Regel ist dieses nämlich von Ihnen und Ihrem Unternehmen überzeugt, sodass es keiner großen Überredungskünste bedarf, es in Ihr Marketing einzubinden. Das macht insbesondere bei Personen Sinn, die selbst über ein großes Kontaktnetzwerk und damit eine sehr hohe Reichweite verfügen. Eine einzelne Weiterempfehlung dieser sogenannten Multiplikatoren kann Ihnen durchaus eine Fülle neuer Anfragen einbringen.
3. Bieten Sie kleine Gewinnspiele an oder verschenken Sie über Ihr Profil Inhalte, die zu Ihrem Unternehmen passen. Denken Sie daran, dass Ihr vorrangiges Ziel darin besteht, zunächst einmal Aufmerksamkeit zu wecken. Die Umwandlung eines XING-Kontakts in einen Kunden erfolgt erst später. Ist das Interesse erst einmal geweckt, wird dieser sich ohnehin über Ihr Unternehmen informieren wollen. Ihre Webseite dient dann als Konverter, der aus Kontakten zahlende Käufer macht.
Sie sehen: So kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheinen mag, ist XING überhaupt nicht. Bei der Umsetzung der drei vorgestellten Methoden wünsche ich Ihnen viel Erfolg und jede Menge neuer Kontakte und Anfragen.



